- Woche 1 Windhuk -> Okavango Delta Omatako, Kalahari und Botswana
- Woche 2 Okavango Delta -> Sesriem Caprivi, Fish River Canyon und Namib
- Woche 3 Sesriem -> Etosha Sossusvlei, Swakopmund und Etosha
- Woche 4 Etosha -> Kapstadt Waterberg, Windhuk und Kapstadt
- Woche 5 Kapstadt Ankommen am Kap
- Woche 6 Kapstadt Tafelberg, Kap-Halbinsel und Stadtleben
- Woche 7 Kapstadt -> Hermanus/Gansbaai Whale Coast und Haikäfig
- Woche 8 Hermanus -> Storms River Kleine Karoo und Garden Route
- Woche 9 Storms River -> Coffee Bay Eastern Cape und Wild Coast
- Woche 10 Coffee Bay -> Margate Wild Coast Richtung KwaZulu-Natal
- Woche 11 Margate -> Durban Umkomaas und Durban
- Woche 12 Durban -> Bushlands St. Lucia und Zululand
- Woche 13 Bushlands -> Sodwana Bay Hluhluwe-Umfolozi und Sodwana
- Woche 14 Sodwana Bay -> Swaziland -> Bushlands Swaziland und Nordostküste
- Woche 15 Bushlands -> Lesotho -> Kapstadt Sani Pass, Lesotho und Rückflug
Woche 8, 11.01. - 17.01.: Hermanus → Oudtshoorn → Knysna → Storms River
Hermanus → Oudtshoorn
Ich bin froh, dass ich endlich nach 5 Tagen aus Hermanus wegkomme, denn außer dem Haitauchen ins Gansbaai gab es keinen
Grund für mich, hierherzukommen. Pünktlich bringt uns der Shuttle nach Botrivier, wo wir fast eine Stunde auf den
Baz Bus warten, der deutlich zu spät ist. Die Fahrt geht zunächst nach Mossel Bay, wo wir uns schon auf der
Garden Route, dem wohl frequentiertesten
Südafrika-Ziel europäischer Touristen, befinden. Fast eine Stunde dauert die Kurverei durch Mossel Bay, bis der Baz Bus
endlich alle Drop-Offs hinter sich gebracht hat. Dann geht's weiter nach George, wo schon der Shuttle nach Oudtshoorn
bereitsteht. Mit uns im Bus ist noch ein Aussie aus Sydney, der für die 90 km von Knysna fast 5 Stunden
mit dem Baz Bus gebraucht hat. Ich beginne zu zweifeln, dass der Baz Bus die glücklichste Entscheidung zum Rumreisen
war, es geht unheimlich viel Zeit mit Warterei und Rumgekurve in Orten drauf, die man eigentlich nur schnell hinter
sich bringen möchte, wenn man selbst nicht dort aussteigt. Vertane Zeit, die man ansonsten deutlich sinnvoller nutzen
könnte. Um 18 Uhr nach einem langen Tag im Bus erreichen wir endlich
Oudtshoorn, das
Touristen-Mekka der "Little Karoo". Der
Ort ist berühmt für seine umliegenden Straußenfarmen und die Cango Caves, ein
System von Tropfsteinhöhlen, die wir morgen besichtigen wollen. Heute gibt es, außer Essen, allerdings nichts mehr zu
tun, daher beschränken wir uns auf das übliche Braai und diverse Springboks an der Bar.
Cango Caves / Cango Wildlife Ranch
Am Folgetag wird's sportlich. Zu fünft werden wir mit einem VW-Bus auf den Swartberg-Pass kutschiert, der 53 km nördlich
von Oudtshoorn liegt. Dieser Pass durchschneidet auf fast 1600 m Höhe die Gebirgskette der
Swartberge und wird oft als die spektakulärste
Passstraße Südafrikas und eine der schönsten der Welt bezeichnet. Ersteres mag wohl richtig sein, was einfach daran
liegt, dass Südafrika größtenteils unbergig ist und es daher nicht so viele Passstraßen gibt. Letzteres kann ich nicht
ganz nachvollziehen, die Umgebung ist sicherlich toll und die Straße mag auch zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung im Jahr
1888 eine Meisterleistung gewesen sein. Im Vergleich zu den meisten Alpenpässen ist der Swartberg Pass m.E. jedoch nur
Kinderteller. Aufpassen müssen wir bei der rasanten Abfahrt mit den Mountainbikes
von der Passhöhe dann trotzdem. Die Passstrasse ist
ungeteert und im
oberen Bereich recht steil und mit einigen
Serpentinen bestückt, die einen schnellen Abflug den Abhang hinunter ermöglichen. Nach 300 m Fahrt gibt es die erste Panne, die uns
etwas aufhält. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir die 24 km von der Passhöhe entfernt gelegenen
Cango Caves. Davon, dass der Name (abgeleitet nach dem Wort
der Khoisan für "ein feuchter Platz") Programm ist, kann man sich bei einer der angebotenen Touren dann selbst überzeugen.
Wir entscheiden uns für die "Adventure Tour", die 90 Minuten dauert. Der Beginn ist wenig abenteuerlich, aber die
großen Säle mit ihren
Tropfsteinformationen sind im
Scheinwerferlicht toll anzuschauen und sehr beeindruckend. Die zweite Hälfte der Tour ist dann aber super, wir kriechen durch
enge Ritzen und
Kamine, bei denen man schon
mal den Bauch einziehen muss, um durchzupassen.
Nichts für Klaustrophobiker. Nur die
langen Warteschlangen, die sich aufgrund der großen Teilnehmerzahlen (20-30 Personen) vor den Engstellen bilden, sind
etwas störend. Man muss schon sagen, dass die Cango Caves sehr kommerzialisiert sind. Trotzdem eine spaßige Angelegenheit.
Nach einer kleinen Stärkung, für die hier im Straußen-Mekka Südafrikas natürlich nur ein Straußenburger infrage kommt,
geht's mit den Bikes weiter die restlichen 30 km zurück Richtung Oudtshoorn. Kurz vor dem Ort erreichen wir eine
Straußenfarm, die wir bei einer Führung ausgiebig besichtigen. Ganz interessant, nur leider darf ich nicht auf einem der
Strauße reiten, da ich das
zulässige Gesamtgewicht überschreite. Wo das liegt, soll hier unter dem Mantel der Verschwiegenheit
bleiben. Als ich sehe, wie die Vögel losdüsen, sobald der Jutesack von den Augen runter ist, bin ich allerdings auch
ganz froh. Nach dieser Einlage stoppen wir noch in der direkt nebenan gelegenen "Cango Wildlife Ranch",
in der wir die massigen
Alligatoren bewundern,
die hier gezüchtet werden. Zwei andere Reptilien
sorgen gerade für Nachwuchs. Im "Cheetahland" warten
Geparden,
Löwen,
weiße Tiger und Jaguare auf uns. Der krönende Abschluss des Ranchbesuchs ist für mich aber das unschlagbar tapsige
Zwergflusspferd, dessen Name mir
leider entfallen ist. Um 18.30 Uhr sind wir zurück im Hostel, wo es direkt hart weiter geht mit den üblichen
Verdächtigen: Johnny, Jimmie und ihre Freunde.
Oudtshoorn → Knysna
Der nächste Vormittag geht mit einigen Latte Macciatos im stylischen "Cafe on Main" rum, bis uns um 13 Uhr der
Shuttle nach George bringt, wo der Baz Bus mal wieder zu spät ist. Um 17 Uhr erreichen wir endlich
Knysna (sprich: "Neisna"), das Herz
der Garden Route. Wieder 4 Stunden im Bus für 90 km Fahrt, herrjeh. Ich checke im
Highfields
Backpackers ein, wo schon ein Bett für "Falco" auf mich wartet. Schön, wenn man berühmt ist. Das Hostel ist sehr
schön mit Swimming Pool,
Billiard Bar, sauberen Räumlichkeiten und einem hilfsbereiten Staff. Wir machen uns sogleich auf den Weg zur
Waterfront, um eine kleine Bootsfahrt zu machen. Zuerst gibt's einen kleinen Abstecher zu den
Knysna Heads, der engen und gefährlichen
Einfahrt, die den Indischen Ozean mit der riesigen Lagune, an der Knysna liegt, verbindet. Etliche Schiffswracks liegen
hier auf dem Meeresgrund. Unser Schlauchboot bleibt von derartigen Schicksalen verschont und bei einigen Kaltgetränken,
die Jay, der Manager vom Highfields, netterweise mitgeschleppt hat, lässt es sich anschließend in der Lagune
sehr gut entspannen.
Drop Kelders Gorge
Mit etwas Verspätung machen wir uns am nächsten Morgen zu fünft auf zu einem Gorge Trip (eine entschärfte
Variante des allseits beliebten "Canyoning") 30 Minuten außerhalb Knysnas - Geheimtip von Jay. 20 Minuten lang
laufen wir erst durch einen Wald, in dem wir keine Menschenseele treffen. Dann erreichen wir den Gorge "Drop Kelders".
Das Wasser sieht nicht wirklich einladend zum Baden aus, braunes Wasser mit Schaum drauf, macht eher den Eindruck
wie frisch aus'm Klärwerk. Jay versichert aber, dass alles "natural" ist, die braune Farbe kommt von dem lehmigen
Grund des Flusslaufs. Also rein in die Badebux uns ab ins Nass. Wir schwimmen den Bachlauf hoch, klettern über
Felsen, hangeln uns Mini-Stromschnellen hoch und lassen uns
den Rücken massieren. Nach 30 Minuten fängt es wie aus Kübeln an
zu schiffen, aber eigentlich
gibt das der Atmosphäre in dieser genialen Schlucht erst den richtigen Touch, daher ist es uns egal. Nach 1 1/2 Stunden erreichen wir einen großen Pool, in den man von den
umliegenden Felsen aus ins Wasser hüpfen kann. Das
Hochklettern an den steilen und glatten Felsen auf die 8 bzw. 14 m hohen Absprünge ist allerdings für mäßig kletterbegabte
Flachlandtiroler wie mich nicht ganz einfach.
Nach überstandenen Sprüngen geht's den
gleichen Weg zurück - immer noch bei strömendem Regen, sodass es am Ende doch etwas frisch um die Hüfte wird. Bei dem
steilen Aufstieg aus der Schlucht zurück zum Auto wird dann aber allen wieder warm. Die Gorge-Tour im Drop Kelders ist
wirklich genial und ein echter Geheimtipp - während der 4 Stunden in der wunderbaren Natur ist uns niemand sonst über
den Weg gelaufen. Könnte natürlich zum einen am Wetter gelegen haben, zum anderen aber auch daran, dass der Zugang zum
Drop Kelders auf eine Handvoll Personen pro Tag beschränkt ist. Um dem Tag einen runden Abschluss zu geben, versuchen
wir zur Abwechslung mal, in Südafrika stilvoll zu speisen, was angesichts der allgegenwärtigen Braai-Esskultur nicht
einfach ist. In Knysna soll es jedoch die besten Austern im ganzen Land geben und das auch noch zu zivilen Preisen. Ob
diese Einschätzung stimmt, kann ich jedoch nicht bewerten, da ich tatsächlich das erste Mal in meinem Leben Austern
probiere. Etwas salzig finde ich sie und einen etwas penetranten Nachgeschmack im Mund verursachend, den man auch mit
3 Bier auf Ex nicht wegkriegt, aber sonst ganz ok.
Knysna
Den nächsten Vormittag verbringt unsere Gorge-Trip-Truppe kollektiv mit einem entspannten Vormittag an der
Waterfront. Wie in Kapstadt,
wenn natürlich auch in deutlich kleinerem Stil, handelt es sich hierbei um ein Einkaufsparadies (oder -ghetto, je nach
Sichtweise) mit Mall-Charakter, durchzogen mit diversen Cafes, in denen man beim Blick aufs Wasser bei ein, zwei oder
auch noch mehr Kaffees ganz wunderbar entspannen kann. Eigentlich wollte ich eine weitere Touri-Attraktion der Garden
Route unter die Lupe nehmen und eine Fahrt mit der
Outeniqua Choo-Tjoe
machen. Diese historische Dampfeisenbahn verkehrt zwischen Knysna und George. Durch die
extremen Regenfälle der letzten Wochen ist die Bahn aber an einigen Stellen unterspült, die Gleise beschädigt und
die Strecke folgerichtig gesperrt. So komme ich also zu einem entspannten Abhängetag.
Knysna → Storms River
Nicht ganz so entspannend beginnt der nächste Tag. Aufstehen um 6.30 Uhr ist einfach nicht mein Ding und wird es auch
nie werden, aber für einen Tauchgang nehme ich das dann schon mal in Kauf. Denn die oben angesprochenen Schiffswracks an
den Knysna Heads lassen sich natürlich auch betauchen, was ich am Vormittag auch tue, wenn auch
mit mäßigem Erfolg. Am Nachmittag
gehe ich dann meiner neuen Lieblingsbeschäftigung nach: Warten auf den Baz Bus. Um 16.30 Uhr verlasse ich Knysna und über
Plettenberg Bay (kurz: "Plett") und das super schöne Nature Valley geht's in den
Tsitsikamma National Park. Beim
Überqueren der Bloukrans Bridge kriegen wir schon mal eine Vorstellung, wie sich wohl ein Bungy-Sprung aus 216 m Höhe
anfühlen muss, denn auf der Brücke operiert die höchste
kommerzielle Bungy-Site der Welt. Kurze Zeit später
erreichen wir mit dem Dörfchen Storms River das Ende der Garden Route, wo ich im
Tube'n Axe einchecke. Ebenfalls ein sehr schönes Hostel, im
Blockhütten-Stil erbaut. Nur das Dorm, in dem ich untergebracht werde, finde ich etwas groß, bei 14 Nasen im Zimmer ist
die Schnarchgefahr doch recht erheblich. Einige schmackhafte Forresters (lokales Gebräu aus Knysna) helfen da gut beim
Einschlafen ...
Storms River / Tsitsikamma
Nach vertrödeltem Vormittag geht's am Folgetag mal wieder sportlich zu. Ich leihe mir im Adventure Center ein
Mountainbike, um damit zur Mündung des Storms River zu fahren, da es dort naturtechnisch ganz ansehnlich sein soll.
Die Mündung des Flusses liegt ca. 15 km von dem gleichnamigen Dörfchen entfernt, wovon ich 5 km über die viel befahrene
N2 fahren müsste. Letzteres verhindert meinen Plan, denn der Mensch vom Staff eröffnet mir, dass ich mit dem Rad nicht
auf die Hauptstraße darf. Das Adventure Center würde sonst Ärger kriegen, wenn ich von 'nem Truck überrollt würde, was
mir natürlich auch sehr leid täte fürs Adventure Center. Also drehe ich stattdessen ein paar Runden auf der 22 km langen
Storms River Cycle Route,
einem schönen, aber auch sehr anstrengenden, weil bergigen Rundkurs, der größtenteils
auf Schotterpisten durch die umliegenden
Wälder führt. An den diversen
Aussichtspunkten hat man einen tollen Blick auf die
Berge im Norden und den Ozean im Süden. Außerdem kann man ein erfrischendes Bad in einem Gorge nehmen, dessen Wasser mich von der
Konsistenz her sehr an Drop Kelders erinnert, aber ebenfalls unbedenklich ist. Sehr idyllisches Plätzchen, das Ganze.
Nach einem Tag auf dem Rad reichen zum Wochenabschluss 4 Forrester, um mich in den Schlaf zu wiegen.